Merediths Diarium

25. Rova 4707 AZ

Mein letzter Eintrag ist schon viel zu lange her, aber ich will es wieder einmal versuchen. Seit ich den Kundschaftern beigetreten bin habe ich drei neue Gefährten, die sehr unterschiedlich sind.

Theolon Starkarm ist ein ruhiger Kamerad, über ihn weiß ich noch nicht viel, außer dass er ein ausgezeichneter Koch ist und einen ausgeprägten Wettbewerbswillen hat. Er scheint das Herz am rechten Fleck zu tragen, aber er spricht selten über persönliche Dinge.

Aigis. Puhh… wo soll ich da anfangen? Aigis.

Aigis macht den Eindruck, als sei sie unter Tieren aufgewachsen. Jegliche Etikette und gute Manieren sind ihr fremd. Das Benutzen von Besteck üben wir noch. Sie hat einen ausgeprägten Spieltrieb und scheint sich sehr auf ihre Instinkte und Intuitionen zu verlassen. Ich bin mir nicht sicher, ob Aigis ein Mensch ist der eine tierische Gestalt annehmen kann oder ein Tier das eine menschliche Gestalt annimmt. Ihr Leib ist von Narben überzogen und sie trägt oft eine Maske. Trotz ihrer schüchternen Art, kann ich sie gut leiden und ich verdanke ihr wohl auch bereits mein Leben.
Aigis deutete einmal an, dass ihre Eltern sie weggegeben oder ausgesetzt hätten. Das ist mir unverständlich. Ich hoffe, dass wir als Gemeinschaft ihr das Vertrauen in ihre Mitmenschen und in die Zivilisation nahebringen können. Oder zumindest – falls sie so denkt – das wir ein Rudel sind.
Ich habe Aigis schon einmal versucht auf ihre Narben anzusprechen, aber es scheint als wären zu viele schlechte Erinnerungen damit verbunden, so dass sie es vorerst ablehnte darüber zu sprechen. Vielleicht ist sie zu einem späteren Zeitpunkt dazu bereit.

Und dann ist da noch Yuki Anzai. Sie ist nicht weniger ungewöhnlich als Aigis, jedoch auf ihre ganz eigene Art. Yuki kommt aus dem fernen Tian, mit ihren ganz eigenen Sitten und Bräuchen, denen sie akribisch und mit einer engelsgleichen Geduld nachgeht. Sie nimmt ihre Aufgaben sehr ernst und doch umgibt Yuki dabei eine Leichtigkeit die beneidenswert ist und ihr dabei gut zu Gesicht steht. Generell umgibt sie eine Aura der Würde und Ruhe die ich bei nicht vielen Menschen wahrgenommen habe. Yuki legt eine Energie an den Tag die mich dazu verleitet jeden Tag danach zu streben ein bisschen besser zu werden.

Aber dabei vergisst sie nicht die kleinen Momente des Lebens zu genießen. Es ist als würde sie jeden Moment zelebrieren. Sei es das Waschen, das Zubereiten des Tees, die Leibesertüchtigung und die Waffenübungen.
Wenn ich meine Zeilen so lese, muss ich zugeben, dass Yuki mich wohl beeindruckt hat. Die sanftmütige Schönheit aus dem fernen Osten. Ein Auge so blau wie der Himmel und das andere grün wie Moos.
Wo es Aigis Narben sind, die meine Neugier geweckt haben ist es bei Yuki ein Hautbild. Ich werde sie bei nächster Gelegenheit einmal darauf ansprechen.

Alles in Allem bin ich sehr froh um die Bekanntschaft mit meinen Gefährten und ich glaube die ersten Bande der Freundschaft formen sich bereits zwischen uns. Ich bin gespannt was die Zukunft für uns bereit hält.

Nacht des 28. Rova

Goblins. Jede Menge Goblins und zwei Ghulähnliche Kreaturen. Das ist was die Zukunft bisher für uns bereit gehalten hat. Letztere Beiden haben beinahe die Leben von Aigis und Yuki gefordert. Es war gut, dass Theolon meine Order sich Yuki zu schnappen und den Rückzug anzutreten direkt umgesetzt hat. Ich selbst habe mir Aigis bewusstlosen Leib über die Schulter geworfen. Glücklicherweise haben die Ghulähnlichen nicht nachgesetzt.

Aber vielleicht sollte ich wieder einmal von Vorne anfangen. Ich bin noch ganz aufgewühlt und schreibe diese Zeilen nur wenige Stunden nach dem Ereignis, in den Pausen während ich mich um Yukis und Theolons Verwundungen kümmere. Aigis schläft in ihrer Panthergestalt zusammengerollt an der Feuerstelle.

Von Vorne. Ich wollte von Vorne anfangen:

Der 27.te Rova war noch jung, als Algalors Frau XYZ uns ganz verwirrt und sichtlich im Schock aufsuchte. In ihrem Haus sei ein Monster, ihr Mann versucht es gerade aufzuhalten, ihren Sohn konnte sie gerade so noch in Sicherheit bringen. Wir machten uns unverzüglich auf zu ihrem Haus (zugegeben, war es Yukis durchaus berechtigter Einwand, der uns ohne Umschweife aufbrechen ließ. Ich hätte es vorgezogen uns noch zu rüsten und nicht nur mit dem Schwertgurt loszuziehen.). Im Kinderzimmer fanden wir die Leiche des Hundes und halb im Wandschrank steckte der leblose Körper des Vaters. Ein Bild wie man es als Kind sicherlich fürchtete. Das Monster im Schrank.

Ohne zu zögern öffnete Yuki den Schrank, wo sie auch prompt ein wild gewordener Goblin ansprang und auf sie einstach. Er landete zwei Treffer, bevor er von meinen Gefährten niedergestreckt wurde. Ich nahm mich Yukis Verwundung ohne Umschweife an, entfernte zunächst den Stoff aus den Wunden, reinigte diese und heilte sie danach mit der Gabe der Göttin. Aigis verblüffte uns alle, als sie mit ihrer Magie auch Yukis Kleidung flickte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sie so etwas kann. Schließlich ist ihre Kleidung ein wortwörtlicher Flickenteppich.

Danach überbrachten wir die Kunde der nun Witwe, die mit ihrem Sohn im rostigen Drachen untergekommen war. Yuki war so umsichtig, den Sohn abzulenken und mit ihm zu spielen, während ich die traurige Botschaft überbrachte.
Kaum waren die Worte und mein Beileid überbracht, als und auch schon Vogt Schierling aufsuchte. Er bat uns ihn in die Vogtei zu begleiten, da die Kundschafter eingetroffen waren.

Dort erfuhren wir allerhand über die Goblinstämme, angefangen von ihren Namen, ihre Anführer, ihren Territorien, bis zu dem Umstand, dass sie sich an der Distelkrone zu sammeln scheinen. Sie haben einen Anführer der die sonst streitenden Stämme vereinte. Keine gute Kunde. Wir rechnen mit etwas 100 bis 150 kämpfenden Goblins. Demgegenüber stehen 12 Gardisten und zahlreiche ungeübte Zivilisten. Der nächste Angriff kommt sicherlich nicht von Mauerseite her. Das Zahlenverhältnis lässt eigentlich nur ein Ergebnis zu.

Vogt Schierling bat uns eine Miliz auszuheben, während er nach Magnimar reisen will, um von dort Verstärkung zu erbitten.
​​​​​​​Eine undankbare Aufgabe, die er da von uns verlangt, insbesondere da die Moral der Sandspitzer kaum vorhanden scheint. Im rostigen Drachen setzen wir zunächst unseren Rekrutierungsversuch an und mit Ameikos Hilfe und dem Angebot einer freien Mahlzeit für die künftigen Milizionäre gelingt das auch gut. Danach treffen wir ähnliche Vereinbarungen mit den anderen Tavernenbesitzern, sie alle wollen sich nicht lumpen lassen und hinter Ameiko anstehen.

Yukis Organisationstalent kommt bei der Planung und Vorbereitung der Übungseinheiten wieder einmal zum Vorschein und am nächsten Tag versammeln sich tatsächlich 50 Freiwilligen an der Vogtei. Mein Versuch am Vorabend an die Händler und einflussreichen Bürger Sandspitzes zu appellieren scheitert, da lediglich der Schmied auftaucht, der seine Hilfe zwar anbot, jedoch nur gegen entsprechenden Lohn. Er wird sich zukünftig der Pflege der Rüstkammer Sandspitzes annehmen.

Nicht einmal die Bürgermeisterin war da. Ich bin erschüttert über die Apathie die in Sandspitze grassiert. Niemand scheint die Bedrohungslage wahrhaben zu wollen. Anscheinend wird man erst reagieren, wenn der Goblin bereits an ihnen nagt.

Nach dem Waffentraining am 28. Rova findet uns Bethana, sie berichtet uns ganz aufgelöst davon, dass Ameiko nicht in der Taverne sei. Was wohl äußerst ungewöhnlich ist und übergibt uns ein Schreiben, dass sie in Ameikos Stube fand. Es ist in einer mir unbekannten Sprache verfasst, vermutlich Tian da Yuki sie lesen kann und es scheint als wollte sich die Bardin mit ihrem Halbbruder in der vergangenen Nacht im Glaswerk treffen. Kurzerhand entschließen wir dort mit unserer Suche nach ihr anzufangen. Nach einigem Geplänkel haben wir 19 Goblins erschlagen und finden Ameiko in einer Zelle, gefesselt und geknebelt. Wir befreien sie und sie tritt den Weg nach draußen an, während wir einem Gang tiefer in das Gestein folgen.

Vielleicht ein Zugang der außerhalb Sandspitzes liegt und somit ein großes Risiko. Noch bevor wir dem gang bis zu seinem Ausgangspunkt folgen können, sehen wir uns mit zwei Ghulähnlichen Kreaturen konfrontiert, die nach Kurzem bereits Yuki und Aigis überwältigt haben. Wir schleifen unsere Gefährten in Sicherheit und treten den Rückzug an. Ich ordne die Stadtgardisten an den Zugang zum Keller des Glaswerks zu verbarrikadieren und Wachen aufzustellen.

Die traurige Bilanz für Sandspitze stellen die acht ermordeten Arbeiter des Glaswerks und – so vermuten wir – Ameikos totem Vater dar. Ameiko konnten wir zwar retten, aber ich frage mich wie viele Leben noch verlöschen müssen, bis sich in Sandspitze etwas an der Einstellung tut.

Ich denke wir werden es Morgen noch einmal in den Katakomben versuchen. Vorher will ich aber ein ernstes Wort mit Bürgermeisterin Deverin und auch dem Abt wechseln. Es kann nicht sein, dass Sandspitzes Sicherheit auf unseren Schultern allein ruht und wir keine Unterstützung erfahren.

Sollte sich wieder keine Besserung einstellen, werde ich die Ausrüstung aller von uns erschlagenen Goblins (30 an der Zahl bisher) als Kriegsbeute beanspruchen. Aigis kann sie aufbessern und dann können wir sie verkaufen oder weiterverwerten. Wie Händler die um jeden Brotkrumen feilschen. Wenn Sandspitze sich nicht selbst helfen will, dann muss es eben so sein. Vielleicht sollten wir dabei auch eine Prämie pro erschlagenem Goblin aushandeln.
Ich werde deshalb einmal mit meinen Gefährten sprechen. In der Zwischenzeit hoffe ich, dass die Herrin mir mehr Geduld schenkt. Ich kann sie wahrlich gebrauchen.

Nachtrag: Irgendetwas scheint sehr seltsam an den Ghulartigen gewesen zu sein. Yuki gibt in ihrer Bewusstlosigkeit lustvolle Geräusche von sich. Ich vermute hierbei einen Zusammenhang, denn bisher habe ich solches Verhalten bei ihr nicht beobachtet. Es verwundert und irritiert mich doch sehr.

1. Lamashan 4707 AZ

Yuki verhält sich seltsam, sie schien sonst immer darauf bedacht, Berührungen zu vermeiden, und nun scheint sie diese gezielt herbeizuführen und aufrecht zu halten, dass sie dabei meinen Blick sucht, verunsichert mich. Und dazu diese Andeutungen. Ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren soll. Bisher bestanden meine Reaktionen aus schweigen, erröten oder nachfragen, ob es ihr gut gehe.
Es ist mir nicht unangenehm, aber ungewohnt, von Yuki solche… vielleicht täusche ich mich, aber es wirkt wie Avancen.

Darius Silberklinge, soll uns verstärken. Wieder einmal stehen wir vor vollendeten Tatsachen. Man hat uns weder konsultiert, noch eine Wahl gegeben. Dass das Auftreten dieses 'Problemlösers' – wie man ihn uns gegenüber betitelte – von Arroganz geprägt war – dass wir ihn doch aufsuchen sollten, wenn er geruht hat – hinterließ bei mir einen negativen Eindruck. Ein Eindruck, den er bisher nicht korrigieren konnte.
Dass er bei der ersten Konfrontation mit Feinden einfach aus unserer Formation ausbrach, um sich zu beweisen, überzeugt mich ebenso wenig von seiner Kompetenz wie seine Aussage, dass sein Schwert nicht funktioniert. Ein Problem, dass er bisher nicht lösen konnte. Spott darüber bleibt ihm nicht erspart.

Ich lese meine Zeilen und frage mich, warum ich so negativ eingestellt und bissig ihm gegenüber bin. Er soll uns helfen. Aber er zeigt keine Demut. Ich schätze das ist es, was mich so anfrisst. Vielleicht erwarte ich Demut von meiner Art – violette Augen, platinblondes Haar – ich vermute, dass er ein Aasimar ist.

Wie Nualia. Wie ich. Die allem Anschein nach hinten den Angriffen auf Sandspitze steckt. Ameiko konnte das Aufklären und warf doch viel mehr neue Fragen auf, als sich dadurch Antworten ergaben.

Ich springe heute furchtbar in der Schilderung der Ereignisse. Warum bin ich so durcheinander? Was stimmt nicht? Vielleicht brauche ich einfach ein paar Tage Abstand. Vielleicht ist es auch die Sorge um Aigis, die einfach verschwunden war. Aber der Hase vor der Haustür legt nahe, dass es ihr zumindest körperlich gut geht. Auch wenn sie scheinbar Abstand braucht.

Nur Theolon stellt mich dieser Tage nicht vor Rätsel. Stoisch, gewissenhaft und loyal.

Ich glaube nicht, dass ich es heute noch schaffe die Ereignisse geordnet aufs Papier zu bringen, deshalb hier zumindest stichpunktartig, dass ich es die Tage ausformulieren kann:

Erkundung des Gewölbes. Mit mehr Vorbereitung und Unterstützung durch Abt und Bürgermeisterin sind wir in der Lage die <s>Sündenbrute</s> … <s>Sündenbrüte</s>… Sündenbringer. Sündenbruten! Zu überwältigen und dringen tiefer ins Gewölbe ein, dabei stoßen wir auf ein Unheiligtum, indem sich ein dreiarmiger Goblin und ein Quasit sich uns entgegenstellen. Den Goblin entledigen wir uns problemlos, der Quasit entkommt nachdem er schwer verwundet ist. Wir zerstören im darauffolgenden den Sündenbrunnen.

Novize Marius bat uns, bei Gelegenheit nach seinem Cousin Matthias zu suchen, er sollte bereits vor einem Zehntag eintreffen, aber von ihm fehlt immer noch jegliche Spur. Ich befürchte er ist den Goblins in die Hände gefallen, aber wir werden nach ihm Ausschau halten.

Vogt Schierling ist mit Verstärkung aus Magnimar eingetroffen 50 berittene Mann. Damit sollte Sandspitze zunächst sicher sein. Den Schmugglertunnel, durch den die Goblins in die Glashütte kamen, haben wir auch wieder versperrt.

Nualia will Sandspitze zerstören, nachdem sie ihre 'Verwandlung' beendet hat. Das klingt öminös, unheilvoll und zusätzlich stellt es uns vor ein weiteres Rätsel. Auserwählte Lamashtus. Dass heute der erste Lamashan ist, verheißt nichts Gutes. Tsuto, Ameikos Bruder, ist anscheinend mit Nualia verlobt und will ihr helfen. Hat versucht Ameiko auf seine Seite zu ziehen und wollte sie dann wohl opfern.

Ich wollte zum Ende kommen, und eigentlich Stichpunkte schreiben. Ich bin zu aufgewühlt. Ich versuche es die Tage zu ordnen.

 

12. Lamashan 4707 AZ

Ich will versuchen alles was geschehen ist grob skizziert nachzutragen.

Wir suchten bei Vater Zantus Rat, bezüglich Yukis Zustand, seit der Begegnung mit den Sündenbruten und er kann tatsächlich von einer möglichen Lösung zu berichten. Doch dazu braucht es eine besondere Tinte, die in der Umgebung Sandspitzes nur ein Einsiedler in den Bergen im Norden beherrscht. Also ziehen wir aus, diesen zu finden. Und nach Möglichkeit auch etwas Trollblut, der Waffenhändler in Sandspitze stellt dafür das Schwert Schneidendes Wasser in Aussicht. Yuki würde mich sicherlich berichtigen. Es ist ein Katana. Nicht nur ein Schwert.
Die Reise nimmt einige Tage in Anspruch, dabei werden wir von einem Rudel Wargs überrascht und müssen nach dem heftigen Kampf fast zwei Tage rasten. In den Bergen stoßen wir nach einiger Zeit auf Kampfeslärm und es wird ersichtlich, dass eine Gruppe Hobgoblins mit einem Troll kämpft.
Wir entschließen diese den Kampf unter sich ausfechten zu lassen und bereiten uns währenddessen darauf vor den Troll anzugreifen, präparieren Feuerpfeile und legen uns einen Schlachtplan zurecht. Den wir auch umsetzen, nachdem der Troll die Hobgoblins überwältigt hat. Als meine Gefährten das Trollblut bergen, tritt ein wahrer Riese von einem Mann hinzu und es stellt sich nach kurzem Gespräch heraus, dass er der Einsiedler ist, den wir suchen. Die Götter müssen mit uns sein, dass sie uns eine lange Suche in den Bergen ersparen.

Er lädt uns in seine Wohnhöhle ein und wir nehmen seine Gastfreundschaft gerne an und tragen ihm auch unser Anliegen vor, dem er sich gerne annimmt.

Die Rückreise gestaltet sich ereignislos.

Wieder in Sandspitze angekommen verschwendet sie keine Zeit und lässt sich das Hautbild stechen, dass den Fluch der Sündenbrut eindämmt. Ich warte auf sie, doch schlafe auf dem Holzstumpf vor dem Haus ein. Mitten in der Nacht erwache ich in ihren Armen, als sie mich hineinträgt und mich bettet. Ihre Gefühle für mich haben sich nicht verändert und wir schlafen Seite an Seite ein.

Bevor wir am nächsten Tag darüber sprechen können, wie wir verfahren wollen, was und ob wir unseren Gefährten erzählen wollen, platzt Theolon in mein Zimmer und verkündet, dass er frühstück gemacht hat. Das weckt auch Aigis die es sich in ihrer Gestalt als Pantherdame am Fuße des Bettes bequem gemacht hatte. Sie muss Nachts durch den offenen Fensterladen eingedrungen sein.
Die Katze ist also aus dem Sack, bevor wir uns Gedanken dazu machen konnten. Privatsphäre wird wohl noch ein wichtiges Thema.

Wir gönnen uns einen Tag Rast und ziehen dann aus um die Distelkrone von den Goblins zu befreien und die Bedrohung für Sandspitze zu eliminieren. Unser Angriff ist alles andere als Ruhmreich, doch mit Schweiß und Blut gelingt es uns nicht nur das Fort zu erstürmen, sondern auch tief in die unterirdische Anlage einzudringen. Die Kämpfe sind hart und verlangen uns alles ab.

Mehrfach steht es im Raum, ob wir nicht umkehren und irgendwo rasten sollen, doch Yuki besteht darauf voranzuschreiten, es zu Ende zu bringen. Überraschenderweise stößt Skover, ein Barde, zu uns, auf der Suche nach der Erfüllung einer Prophezeiung. Zunächst sind wir misstrauisch, doch schließlich nehmen wir ihn – unter angemessenen Vorsichtsmaßnahmen – in unsere Reihen auf. Was wohl getan war, denn als wir schließlich in das Unheiligtum unter Distelkrone eindringen, wartet dort Nualia auf uns und sie ist nicht allein – unter ihren Begleitern ist auch Mason Walsh. Es kommt zu einem kurzen Wortgefecht, wir bieten ihr an zu kapitulieren, ihr Angebot an uns besteht daraus, dass wir uns ihr anschließen, oder sterben können.

Also kommt es zum Kampf, den wir schließlich für uns entscheiden können. Suto versucht noch zu fliehen, endet aber als pfeilgespickter Leichnam im Meer. Einzig Mason Walsh gibt auf. Nualia und ihre weiteren Begleiter gehen in den Tod.
Abschließend durchsuchen wir Distelkrone auf alles was gefährlich ist oder noch einen Wert hat, bergen es und brennen Distelkrones Befestigung schließlich nieder.

Noch in der Nacht kommt es zu einem verwirrenden, beinahe schon verstörenden Vorfall. Aigis Wesen hat sich dramatisch geändert. Sie verabscheut nun Dreck, drückt sich äußerst gewählt aus und gibt sich wie Damen aus einem vornehmen Haus. Bei unserer Rückkehr suche ich mit ihr direkt die Kathedrale auf, doch kann man uns wohl erst am nächsten Tag helfen. Als wir über den Markt flanieren, bekommen wir einen Tumult mit und können gerade noch erkennen, wie Mason Walsh, den Yuki, Theolon und Skover der Wache übergeben haben, zu Pferd flieht und seiner gerechten Strafe in Sandspitze entkommt. Wir versuchen nachzusetzen, doch ohne Pferd und Aigis in ihren neuen, hochhakigen Schuhen besteht keine Hoffnung ihn einzuholen. Am Osttor bleibt Yuki, Aigis und mir nichts anderes übrig als zuzusehen wie Mason Walsh entkommt. Yuki bebt förmlich vor Wut.

Unsere nächsten Schritte führen uns zur Vogtei, wo man dankbar für unser erscheinen ist. Anscheinend hat Walsh 6 Wachen und den Vogt überwältigt. Für 3 Wachen kann ich nichts mehr tun, die anderen werden es überstehen. Schierling kann nicht wirklich aufklären wie Mason entkommen konnte. Sein Weg wird wohl entweder nach Magnimar führen, oder tiefer ins Landesinnere. Die Frustration sitzt bei uns allen tief und wir kehren heim.
Skover haben wir in unserem Kreis aufgenommen, er bezieht Yukis Zimmer, Yuki selbst zieht zu mir. Es geht alles sehr schnell. Nicht, dass es unangenehm wäre, im Gegenteil. Nur eben unerwartet.

Als nächstes steht wohl ein Gespräch mit Celia Heidmark an, sollte sie keine dringlichen Aufgaben haben, werden wir uns der Suche nach Yukis Familienschwertern widmen. Das Gold für eine entsprechende Expedition sollten wir mittlerweile zusammenhaben.

Merediths Diarium

Das Erwachen der Runenherrscher, Komfort muss sein zakked3 Smokey0815